AMSAT-HB ist Kollektivmitglied der USKA

Informationen über den QO-100 Transponder 

Seit seinem Start Anfang 2019 hat QO-100 den Amateurfunk weltweit – und ganz besonders auch in der Schweiz – nachhaltig revolutioniert. Während bei erdnahen Satelliten (LEO) die Verbindungsfenster oft nur wenige Minuten dauern und der Doppler-Effekt mühsam ausgeglichen werden muss, bietet QO-100 dank seiner geostationären Position auf 25,9° Ost rund um die Uhr stabile, weltweite Verbindungen. Von jedem Punkt in der Schweiz aus blicken wir mit einer fest ausgerichteten Parabolantenne direkt in den Weltraum.

1. Treffpunkt der HB9-Community: Der Schweizer Treff

Für Schweizer Funkamateure und Interessierte gibt es einen festen Termin im Kalender:

Schweizer QO-100-Treffen:

Die Schweizer Funkamateure treffen sich jeden Sonntag um 21:00 HBT (Helvetische Standardzeit / Lokalzeit) auf dem Schmalband-Transponder auf der Frequenz 10'489.740 MHz (Downlink).

Eine ideale Gelegenheit, um mit Schweizer Stationen in Kontakt zu treten, Equipment-Tipps auszutauschen oder einfach mitzuhören!

 

2. Das Herzstück: Technik made for Hams 

Es soll gerüchte geben, QO-100 sei lediglich ein kommerzieller TV-Transponder, der zufällig für den Amateurfunk umfunktioniert wurde. Aus technischer Sicht stimmt das absolut nicht:

  • Spezialanfertigung: Die gesamte AMSAT-Nutzlast wurde in enger Zusammenarbeit mit der AMSAT-DL und der Katarischen Amateurfunkvereinigung QUARS exklusiv für den Amateurfunk konzipiert.

  • Breiter Öffnungswinkel: Anders als kommerzielle Satelliten, die oft mit schmalen „Spot-Beams“ arbeiten, deckt der Antennenkegel von QO-100 die gesamte sichtbare Erdhalbkugel – von Brasilien über ganz Europa und die Schweiz bis nach Indien – ab. 

3. Zwei Transponder (NB- & WB-Transponder)

Der Schmalband-Transponder (Narrowband - NB) wurde aufgrund des rasanten Zuwachses und der Beliebtheit von rund 250 kHz auf knapp 500 kHz Bandbreite verdoppelt. Damit stehen Funkamateuren seither noch mehr Entfaltungsmöglichkeiten zur Verfügung:

Und für den Widebandtransponder gelten folgende Regeln:

QO-100 WB Transponder Bandplan und Betriebsanleitung

Hinweis für den Standort Schweiz: Da sich der Satellit im Süden über dem Indischen Ozean befindet, ist eine freie Sicht nach Süden/Südsüdosten (Azimut ca. 157° bis 160°, Elevation ca. 31° bis 33° je nach Region) die einzige Grundvoraussetzung. Selbst auf vielen Schweizer Balkonen oder exponierten Jurahöhen/Alpenpässe ist der portable Betrieb ein Genuss.

4. Die Bodenstation-Infrastruktur & Baken-Disziplin

Der Einstieg in den QO-100-Betrieb ist dank handelsüblicher Satelliten-TV-Komponenten äusserst kosteneffizient:

  • Empfangsseite (Downlink): Offset-Spiegel (ab 60 cm, empfohlen 80–120 cm für Schlechtwetter-Reserven in den Alpen) kombiniert mit einem modifizierten LNB. Die Frequenzstabilität wird dabei oft clever über eine GPS- oder 10-MHz-Referenzeinspeisung oder via Software (z. B. über die Mittel-PSK-Bake in SDR-Programmen wie der SDR-Console) automatisch im Empfänger kompensiert.

  • Senderseite (Uplink): Eine kleine Helix- oder Patch-Antenne für 2,4 GHz, betrieben mit einem Transverter und geringer Sendeleistung (2 bis 5 Watt EIRP in den Reflektor reichen völlig aus – "QRP genügt!").

    Einige Konzeptvorschläge zum Bau von QO-100 Bodenstationen hat Wolfgang, HB9RXZ auf seiner Webseite veröffentlicht: https://www.hb9ryz.ch/satellite/index.html

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Intelligente Überwachung durch LEILA

Um den geregelten Betrieb auf dem 500-kHz-Schmalband zu gewährleisten, wacht die automatische Überwachungsstation LEILA (Leistungs-Überwachungsanlage) in Bochum über das Band. Wer zu viel Leistung abstrahlt oder zu laut einstrahlt, wird von LEILA automatisch mit einem Markerton gewarnt. Das Prinzip ist einfach: Das eigene Signal sollte niemals lauter sein als die Satelliten-Baken!

 

5. Spezialbewilligung ab Sendeleistung >20 Watt
Seit dem 1. Januar 2026 ist die vorgängige Meldepflicht für den Betrieb des QO-100-Uplinks im 13-cm-Band bis zu einer Senderleistung von 20 Watt entfallen. Die entsprechende Anpassung ist in Anhang 4, Buchstaben b und g der revidierten Verordnung über die Nutzung des Funkfrequenzspektrums festgehalten. Nachwievor müssen Stationen, die eine grössere Leistung Sendeleistung nutzen, ihre Station beim BAKOM melden.

4. Unterstützung durch die AMSAT-HB

Die AMSAT-Schweiz fördert den Satellitenfunk aktiv durch technische Vorträge, Workshops und den regen Erfahrungsaustausch unter HB9-Stationen. Ob portabel von einem Schweizer Berggipfel oder fest im heimischen Shack – QO-100 verbindet die Schweizer Amateurfunk-Community auf elegante Weise mit der Welt.

Tipp zum Mitlauschen: Wer den Satelliten vorab ohne eigene Antenne testen möchte, nutzt am besten den Online-WebSDR der BATC oder AMSAT-UK direkt im Browser.

 

Hürde im 13cm Band fällt!
, Lipp Michael
Ein von der AMSAT-HB initiierter und dokumentierter Feldversuch hat wesentlich dazu beigetragen, dass das BAKOM die Meldepflicht für den QO-100-Uplink im 13-cm-Band bis 20 W Sendeleistung aufhebt. Ein starkes Signal für faktenbasierte Regulierung und die konstruktive Zusammenarbeit zwischen Amateurfunk, Verband und Behörde.
Der QO-100 DX Club
, Lipp Michael
Die DX-Jäger unter den QO-100 Nutzern haben sich zu einem DX Club zusammen geschlossen und treffen sich jährlich an der Hamradio in Friedrichshafen.
QO-100 Transponder Bandplan
, Lipp Michael
Der Telekommunikationssatellit Es'hail-2 besitzt 2 Transponder für den Amateurfunkdienst. Ein Schmalband Transponder (Narrowband) mit einer freigegebenen Gesamtbandbreite von 500kHz und einen Breitband Transponder (Wideband) mit ganzen 8MHz Bandbreite. Damit der Funkbetrieb geordnet durchgeführt werden kann, hat die AMSAT-DL mit der Qatarischen Amateur Radio Society entsprechende Bandplände herausgegeben.

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