We know how Amateur Radio works in space
, Lipp Michael

NASA kommuniziert via Laser mit Artemis II

Mit O2O demonstriert NASA erstmals optische Kommunikation in einer bemannten Mondmission. Die Technologie verspricht drastisch höhere Datenraten – stellt aber auch neue Anforderungen. Ein Blick zurück zeigt: Auch AMSAT war früh dabei.

Mit dem Optical Communications System „O2O“ setzt NASA bei der Artemis-II-Mission erstmals auf Laserkommunikation im bemannten Raumflug. Das System nutzt Infrarotstrahlen anstelle klassischer Funkverbindungen und erreicht Datenraten von bis zu 260 Mbit/s. Damit können hochauflösende Videoübertragungen sowie umfangreiche Telemetriedaten nahezu in Echtzeit von der Mondumlaufbahn zur Erde gesendet werden .

Optische Kommunikation gilt seit Jahren als Schlüsseltechnologie für zukünftige Raumfahrtmissionen. Im Vergleich zu herkömmlichen Funkverfahren erlaubt sie eine um den Faktor 10 bis 100 höhere Datenrate und gleichzeitig geringere Masse und Leistungsaufnahme der Systeme . Diese Eigenschaften sind insbesondere für Missionen zum Mond und Mars von entscheidender Bedeutung, da dort immer größere Datenmengen anfallen.

Die Technologie ist jedoch anspruchsvoll. Laserlinks erfordern eine extrem präzise Ausrichtung zwischen Sender und Empfänger. Bereits kleinste Abweichungen können zum Verbindungsabbruch führen. Zusätzlich beeinflussen atmosphärische Effekte wie Wolken oder Turbulenzen die Signalqualität erheblich, weshalb optische Bodenstationen gezielt an Standorten mit günstigen Wetterbedingungen betrieben werden .

Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass die Idee optischer Kommunikation im Amateurfunk keineswegs neu ist. Bereits mit dem Satelliten AO-40 wurden Anfang der 2000er Jahre erste Experimente mit einem Laser-Downlink auf 360 THz durchgeführt. Auch wenn diese Versuche nicht in einen dauerhaften Betrieb überführt wurden, unterstreichen sie die Innovationskraft der AMSAT-Gemeinschaft, die damit frühzeitig ein heute wieder hochaktuelles Technologiefeld adressierte.

Für Funkamateure eröffnet die Entwicklung neue Perspektiven. Während klassische Funkverbindungen weiterhin unverzichtbar bleiben, wird die optische Kommunikation künftig als Ergänzung dienen. Denkbar sind experimentelle Bodenstationen, hybride Systeme oder Beiträge zur Entwicklung kostengünstiger optischer Terminals.

Die aktuellen Fortschritte zeigen deutlich: Laserkommunikation ist auf dem Weg von der experimentellen Technologie zum operationellen Standard – und bietet auch für den Amateurfunk ein spannendes Feld für zukünftige Entwicklungen.

 

Quelle:
Meldung der NASA  -  https://www.nasa.gov/technology/space-comms/o2o/
Info über das Laserexperiment AO-40  -  https://www.g0mrf.com/AO-40's%20laser.htm
Info AO-40 AMSAT-ON  -  https://www.amsat-on.be/wp-content/uploads/2025/01/amsat_ao40-n8deu-tim-jun-03.pdf