3Y0K: Grosse Überraschung
Die Teilnehmer der Schweizer Satellitenrunde erlebten am vergangenen Sonntag einen aussergewöhnlichen Moment: Dank einer spontanen Initiative von Wolfgang, HB9RYZ, konnte kurzfristig eine Verbindung zur DX-Expedition 3Y0K hergestellt werden. Als Operator meldete sich Alex, DL2ALY, der sich trotz dichtem Betriebsplan einen kurzen Moment Zeit nahm, um an der Runde teilzunehmen.
Insgesamt 14 Stationen hatten Gelegenheit, an diesem kurzen, aber bemerkenswerten Austausch teilzunehmen. Normalerweise beschränken sich Kontakte mit stark nachgefragten DX-Stationen auf das absolute Minimum – Rufzeichen, Rapport und weiter zum nächsten Anrufer. Umso besonderer war es, dass sich Alex aus dem intensiven Betrieb mit zahlreichen Pile-ups kurz ausklinken konnte, um mit der Runde einige Worte zu wechseln.
Die Teilnehmer konnten dabei nicht nur die üblichen technischen Daten austauschen, sondern auch einen kleinen kurzen Einblick in den laufenden Expeditionsbetrieb erhalten. Die entspannte Atmosphäre war deutlich spürbar – sowohl bei den Stationen der Runde als auch beim Operator der Expedition, der diesen kurzen Moment abseits des hektischen DX-Betriebs offensichtlich genoss.
Ein herzlicher Dank gilt Wolfgang, HB9RYZ, der diese spontane und für viele unerwartete Verbindung möglich gemacht hat.
Betrieb direkt aus dem Expeditionszelt
Bemerkenswert war auch die improvisierte Betriebssituation der Expedition. Die Station 3Y0K war zu diesem Zeitpunkt mit der Ersatzstation direkt aus dem Expeditionszelt aktiv. Zum Einsatz kam lediglich eine 30-cm-Parabolantenne, die als provisorische Satellitenstation aufgebaut wurde.
Unter diesen Umständen überraschte die Qualität des Signals umso mehr. Zwar waren die Signale etwas schwächer als bei grossen stationären Anlagen, dennoch waren sie auf Es'hail-2 / QO-100 durchwegs gut verständlich. Trotz der kleinen Antenne und der einfachen Zeltinstallation gelang es Alex DL2ALY, eine stabile Verbindung zur Runde herzustellen.
Gerade dieser Umstand machte den Kontakt besonders eindrücklich: Mit minimaler Infrastruktur – unter den rauen Bedingungen einer abgelegenen DX-Expedition – wurde einmal mehr gezeigt, welche Möglichkeiten der Amateurfunk über Satellit selbst unter schwierigsten Bedingungen bietet.
Eine Runde mit Tradition
Die Schweizer Satellitenrunde findet jeden Sonntag um 21:00 HBT statt und gehört mittlerweile zu einer festen Institution im Schweizer Amateurfunk. Sie entstand bereits im ersten Jahr nach der Inbetriebnahme des geostationären Amateurfunksatelliten Es'hail-2 / QO-100.
Seit dieser Zeit treffen sich Woche für Woche Funkamateure aus der Schweiz und darüber hinaus auf dem Transponder und pflegen einen technischen und kameradschaftlichen Austausch. Dabei sind über die Jahre immer wieder besondere Begegnungen entstanden.
Besonders in Erinnerung geblieben ist vielen Teilnehmern die regelmässige Teilnahme von Roman, HB9HCF, der während eines längeren Aufenthalts in der Antarktis unter dem Rufzeichen DP0GVN nahezu ein Jahr lang jeden Sonntag aus der Forschungsstation zugeschaltet war. Seine Berichte aus dem Alltag einer internationalen Polarstation boten faszinierende Einblicke in das Leben und Arbeiten unter extremen Bedingungen.
Gerade in der geografischen Isolation der Antarktis sind Funkkontakte eine wichtige Verbindung zur Aussenwelt. Für die Crew stellen solche Gespräche eine willkommene Abwechslung dar – für die Teilnehmer der Runde wiederum eine seltene Gelegenheit, authentische Eindrücke direkt aus einer der abgelegensten Regionen der Erde zu erhalten.
Erinnerungen zum Nachhören
Einige dieser besonderen Momente wurden aufgezeichnet und archiviert. Neben der ersten Schweizer Satellitenrunde haben wir auch die Gespräche mit DP0GVN aus der Antarktis als MP3-Aufnahmen gesichert.
Natürlich durfte auch die überraschende Teilnahme von 3Y0K nicht fehlen.
Alle Aufnahmen stehen auf Soundcloud zum Nachhören zur Verfügung und dokumentieren eindrucksvoll, welche besonderen Begegnungen der Amateurfunk – und speziell der Satellitenfunk – immer wieder möglich macht.