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, Lipp Michael

SETI@HOME: Die letzten 100 Kandidaten im Fokus

Auch Funkamateure liessen sich in den 90er Jahren von SETI@HOME begeistern. Die empfangenen Signale aus Arecibo wurden am heimischen PC analysiert. Und immer schwang die leise Hoffnung mit, derjenige zu sein, welcher den entscheidenden Hinweis fand

Nach über 21 Jahren Laufzeit ist das Citizen-Science-Projekt SETI@home in seine letzte wissenschaftliche Phase eingetreten. Aus rund 12 Milliarden analysierten Radiosignalen wurden durch mehrstufige Filterprozesse jene 100 Kandidaten identifiziert, die nun gezielt weiter untersucht werden. Im Zentrum steht dabei die Frage, ob sich darunter Signale befinden, die sich nicht eindeutig als irdische Störungen (RFI) erklären lassen.

Diese finale Auswahl stellt keine Entdeckung dar, sondern eine Prioritätenliste für präzise Nachbeobachtungen. Genau diese Phase läuft aktuell: Wiederholbarkeit, spektrale Eigenschaften und Herkunft der Signale werden systematisch überprüft.

SETI@home begeisterte über Jahre hinweg auch viele Funkamateure. Das Programm lief häufig als Bildschirmschoner, analysierte im Hintergrund echte Radiodaten des Arecibo-Observatoriums und visualisierte die Suche nach schmalbandigen, künstlich anmutenden Signalen. Millionen Rechner weltweit bildeten so einen verteilten Supercomputer.

Während Arecibo über Jahrzehnte die Datenbasis lieferte, übernimmt nun das chinesische FAST-Radioteleskop die Schlüsselrolle. Mit seiner größeren effektiven Apertur und deutlich höheren Sensitivität eignet es sich ideal, um die verbliebenen Kandidaten mit höherer Auflösung erneut zu untersuchen.Das chinesische FAST Radioteleskop ist mit 500m Durchmesser 195 Meter grösser als jenes Arecibo. Während Arecibo ein starrer Reflektor hatte, ist jener von FAST adaptic, verformbar.

Die Suche nach außerirdischer Intelligenz ist nicht beendet – sie ist konzentrierter und präziser geworden. Die Untersuchung der letzten 100 SETI-Kandidaten steht exemplarisch für moderne, datengetriebene Radioastronomie. Ohne das Engagement von Millionen – darunter viele Funkamateure – gäbe es diese finale Liste nicht.

 

Quelle:
Meldung von Space.com  -  https://www.space.com/space-exploration/search-for-life/this-seti-program-is-chasing-down-its-final-100-signals-could-one-of-them-be-from-aliens