25 neue Satelliten mit Amateurfunknutzlast im Orbit
59 Satelliten beförderte eine Falcon-9 Trägerrakete der SpaceX am 15.03. (06:43 UTC) in einen LEO Orbit. Darunter waren 25 Satelliten mit Amateurfunknutzlast. Bedauerlicherweise verfügen nicht alle Satelliten über eine durch die IARU koordinierte Frequenz.
Im Gegenteil: Gerade mal 1! Satellit der 25 hat zum Zeitpunkt des Starts eine gültige Frequenzkoordination durch die IARU erhalten, wie die Liste im folgendem Link zeigt.
Gutes Beispiel: HADES-ICM
Uplink: 145.875 MHz, FM
Downlink: 436.666 MHz, FM
So gut das Beispiel auch ist: Der selbe Hersteller hat einen Zwillingssatellit von HADES-ICM gebaut und ebenfalls mit Transporter-13 gestartet. Dieser hat jedoch keine Amateurfunknutzlast. Trotzdem benutzt dieser die Frequenz von 437.780 MHz. Eine Frequenzkoordination durch IARU liegt nicht vor.
Bei TEVEL-2 ist wohl ein Missgeschick passiert
Am auffäligsten ist sicher die TEVEL-2 Flotte. (Siehe auch Beitrag vom 1.3. )
Bei der Tevel-2 Flotte kann man von einem Missgeschick reden, da exakt die selben Frequenzen wie bei der ersten Flotte TEVEL1 genutzt wird. Eventuell erfolgt hier noch offizielle eine nachträgliche Frequenzkoordination durch die IARU. Ganze 9 Satelliten ist die TEVEL2 Flotte stark und wird mit ihren FM Transponder in den kommenden fünf Jahren für einige Experimente sorgen. Alle Tevel Satelliten nutzen die selbe Up- und Downlink Frequenz. Die ersten Signale konnten heute Samstag 15.03.2025 bereits empfangen werden.
NILA ist trotz Ablehnung durch die IARU in den Orbit gereist
Was man dem Projektteam der NILA Mission zu Gute halten muss: Sie haben sich um eine Frequenzkoordination bei der IARU bemüht. Die IARU hat den Antrag jedoch abgelehnt, da offenbar keine Amateurfunknutzlast erkennbar war.
Anomalie in der ITU Regulatorien?
Etwas erstaunlich ist, dass die ITU für mehrere Satelliten Frequenzen genehmigt haben. Die bisherigen Meldungen lassen keinen Rückschluss auf das Vorgehen zu. Die ITU hat die IARU generell dazu beauftragt, die Frequenzen für Amateurfunksatelliten zu koordinieren, damit Interferenzen ausgeschlossen werden können. Theoretisch ist es jedoch möglich, dass die ITU als offizielle Instanz die Frequenzen selber genehmigt. Durch diese Anomalie werden jedoch ihre eigenen Vorgaben nicht eingehalten.
Offenbar wurden für folgende ("Amateurfunk-")Satelliten eine Frequenz vergeben:
NUSHSat1
HYVRID
Al-Munther
Einzig bei Nushsat1 ist mehr über die Nutzlast bekannt: Der Downlink soll im Format FSK AX.100 Mode 5 gesendet werden.
Eigentlich würde gelten: Ohne IARU Frequenzkoordination gibt es keine Sendelizenz durch die nationale Frequenzbehörder (in HB9 das BAKOM). Ohne Sendelizenz darf ein Satellit nicht gestartet werden.
Durch die steigende Anzahl Satelliten sind heute schon Intereferenzen beobachtbar. Dies ist weder für die Satellitenbetreiber noch für uns Funkamateure eine gute Entwicklung.
Quellen:
Diskussion auf LibreSpace - https://community.libre.space/t/transporter-13-rideshare-vsfb-slc-4e-15-march-2025-06-39-utc/12934
Meldung von Space-X - https://x.com/SpaceX/status/1900309526617714763
Ablehnung NILA durch die IARU - https://iaru.amsat-uk.org/declined_detail.php?serialnum=1016
ITU "Space Station" Datenbank - https://www.itu.int/itu-r/space/apps/public/spaceexplorer/networks-explorer/space-stations