AMSAT-HB ist Kollektivmitglied der USKA

We know how Amateur Radio works in space
, Lipp Michael

Zusammenarbeit von ETHZ und SETI

Die ETH Zürich und das SETI-Institut wollen gemeinsam erforschen, wie Leben entsteht und ob es ausserhalb der Erde existiert. Für viele Funkamateure klingt das vertraut: Seit Jahrzehnten richten sie ihre Antennen und Empfänger auf den Himmel. Jetzt erhält die Suche nach Leben im All auch an der ETH einen festen Platz.

Gerade unter den Satellitenamateure und EME Funkamateure haben viele ein Faible für das «Ausserirdische». Der Gedanke, dass irgendwo da draussen noch anderes Leben existieren könnte, gehört für manche zur Faszination des Hobbys. Und auch wenn bisher keine Ausserirdischen Signale empfangen wurden, übt der Empfang von Signalen aus den Tiefen des Weltraums eine besondere Faszination auf uns aus. Wie zum Beispiel AMSAT-DL in ihrem Live-Stream tagtäglich beweisen.

Vor einigen Jahrzehnten wurde man mit solchen Gedanken allerdings nicht unbedingt ernst genommen. Wer davon sprach, Signale aus dem All zu empfangen oder nur andeutete, dass ausserirdisches Leben möglich sein könnte, musste sich nicht selten mit einem Lächeln begnügen.

Jetzt wird das Thema wissenschaftlich noch stärker verankert. Die ETH Zürich und das SETI-Institut aus Kalifornien haben eine strategische Partnerschaft vereinbart. Gemeinsam wollen sie untersuchen, wie Leben entsteht, wie es sich entwickelt und ob es ausserhalb der Erde existiert.

Von der Faszination zur Forschung

Im Zentrum der Zusammenarbeit steht eine neue Assistenzprofessur mit dem Namen «Earth and Planetary Evolution». Sie wird am Departement Erd- und Planetenwissenschaften der ETH angesiedelt und eng mit dem Centre for Origin and Prevalence of Life (COPL) verbunden. Das SETI-Institut unterstützt den Aufbau mit insgesamt 8,5 Millionen US-Dollar über zehn Jahre.

Dabei geht es nicht einfach darum, irgendwo im Rauschen des Universums nach einer ausserirdischen Stimme zu suchen. Die Forschung reicht wesentlich weiter. Untersucht werden unter anderem sogenannte Biosignaturen – messbare Hinweise darauf, dass auf einem fernen Himmelskörper biologische Aktivität stattfindet oder stattgefunden hat. Ebenso interessieren lebensfreundliche Bedingungen und die Wechselwirkungen zwischen Leben und seiner Umgebung.

Das SETI-Institut bringt dafür Fachwissen aus verschiedenen Bereichen zusammen. Dazu gehören unter anderem Physik und Biowissenschaften sowie Datenanalyse, maschinelles Lernen und moderne Technologien zur Signalerfassung. Die Organisation arbeitet dabei auch mit Industrie, Wissenschaft und Regierungsbehörden zusammen.

Und was hat das mit Amateurfunk zu tun?

Auf den ersten Blick wenig. Die ETH sucht schliesslich nicht nach dem nächsten Amateurfunksignal aus dem All.

Doch die Verbindung liegt in der grundlegenden Idee: Wir nutzen elektromagnetische Signale, um Informationen aus grosser Entfernung zu gewinnen. Genau das tun Funkamateure seit Jahrzehnten – wenn auch unter völlig anderen Bedingungen und mit anderen Zielen.

Amateurfunk über Satellit und EME macht den Weltraum unmittelbar erfahrbar. Ein kleiner Satellit zieht über den Horizont. Die Antenne folgt seiner Bahn. Ein schwaches Signal erscheint im Empfänger, der Dopplereffekt wirde messbar. Wenige Augenblicke später ist klar: Dieses Signal kommt tatsächlich aus dem Weltraum.

Für viele Funkamateure war genau diese Erfahrung der Einstieg in die Raumfahrt.

Die wissenschaftliche Suche nach Leben verfolgt dagegen andere Ziele und verwendet hochspezialisierte Instrumente. Trotzdem gibt es eine gemeinsame Grundlage: empfangen, messen, analysieren und aus Signalen Informationen gewinnen.

Ein starkes Signal für die Wissenschaft

Für das SETI-Institut ist die Kooperation mit der ETH ebenfalls etwas Besonderes. Die Organisation bezeichnet die Zusammenarbeit als ihre erste internationale Forschungspartnerschaft dieser Art. Ziel ist es, wissenschaftliche Kompetenzen über Kontinente hinweg zu verbinden und die Erforschung des Ursprungs und der Verbreitung des Lebens voranzutreiben.

Für uns Funkamateure ist das vielleicht ein schöner Moment, kurz innezuhalten.

Denn die Faszination für den Weltraum war im Amateurfunk nie nur eine Spielerei. Wir verfolgen Satelliten, empfangen Telemetrie, dekodieren die Signale und stellen Verbindungen über Tausende Kilometer her. Manche von uns haben dabei gelernt, dass hinter einem scheinbar schwachen Signal eine ganze Welt aus Physik, Technik und Raumfahrt steckt.

Und nun richtet die akademische Forschung wieder verstärkt ihren Blick noch konsequenter nach draussen und tun es uns Funkamateure wieder einmal gleich.

Vielleicht lagen wir Funkamateure mit unserer Faszination für das Unbekannte also gar nicht so falsch.

 

Quellen:

ETH Zürich – ETH Zürich und das SETI-Institut suchen gemeinsam nach dem Ursprung des Lebens - https://ethz.ch/de/news-und-veranstaltungen/eth-news/news/2026/09/seti-institut-und-eth-zuerich-suchen-gemeinsam-nach-dem-ursprung-des-lebens.html

SRF Wissen – Leben im All: ETH-Zürich arbeitet neu mit dem SETI-Institut zusammen - https://www.srf.ch/wissen/weltraum/ausserirdisches-leben-sind-wir-allein-die-eth-zuerich-sucht-nach-leben-im-all