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, Lipp Michael

Südatlantische Anomalie wächst

Das ESA Swarm Projekt zeigt auf, dass die Südatlantische Anomalie (SAA) wächst. Die ESA-Satelliten der Swarm-Mission beobachten seit über 10 Jahren das Erdmagnetfeld. Die Daten zeigen: Die South Atlantic Anomaly (SAA) wird grösser und dynamischer – und das hat direkte Auswirkungen auf Satelliten und Amateurfunk.

Die SAA ist ein „schwaches Feld“ über dem Südatlantik, wo das Magnetfeld der Erde deutlich geringer ist. Dadurch kommt die Strahlung aus den Van-Allen-Gürteln der Erde näher an die Oberfläche. Satelliten in niedriger Umlaufbahn müssen hier besonders vorsichtig sein – Fehlfunktionen oder Schäden an Elektronik sind möglich.

Seit 2014 hat sich die SAA um eine Fläche fast halb so groß wie Kontinentaleuropa erweitert. Besonders südwestlich von Afrika schwächt sich das Magnetfeld inzwischen noch schneller. Diese Dynamik entsteht durch komplexe Vorgänge tief im Erdkern, die Satellitenmessungen wie die von Swarm sichtbar machen.

Die Swarm-Mission: 11 Jahre Magnetfeld im Blick

Die ESA-Satelliten Swarm messen das Magnetfeld aus Kern, Mantel, Kruste und Ionosphäre. So entsteht ein präzises Bild der globalen Magnetfeldstruktur und ihrer Veränderungen.
Erkenntnisse der Mission:

  • Die SAA wächst kontinuierlich, mit unterschiedlichen Ausbreitungsraten in verschiedenen Regionen.

  • Globale Magnetfeldmodelle wie CHAOS oder IGRF nutzen die Daten zur genauen Vorhersage von Feldstärken und Magnetpolbewegungen.

  • Gleichzeitig zeigen die Messungen, dass das Feld über Regionen wie Siberien stärker wird, während es z. B. über Kanada schwächer wird.

Relevanz für Satelliten und Funkamateure

  • Satelliten: Höhere Strahlung kann zu Ausfällen, Sensorfehlern oder langfristigen Schäden führen.

  • Funkamateure: Wer Satelliten betreibt, sollte Passagen durch die SAA beachten, Fehlertoleranz einplanen und aktuelle Magnetfeldkarten nutzen.

  • Navigation & Kommunikation: Die Feldveränderungen beeinflussen auch die Position des magnetischen Nordpols – wichtig für Bahnberechnungen und Tracking.

Fazit

Die SAA ist nicht nur größer, sondern auch komplexer geworden. Für Funkamateure und Satellitenbetreiber gilt: Aktuelle Daten im Blick behalten, Schutzmaßnahmen einplanen und aus den Swarm-Erkenntnissen lernen. So lassen sich Risiken reduzieren und Missionen sicher durchführen.

 

Quelle:

Offizielle Mitteilung der ESA  -  https://www.esa.int/Applications/Observing_the_Earth/FutureEO/Swarm/Swarm_reveals_growing_weak_spot_in_Earth_s_magnetic_field
AMSAT News Service 292  -  https://mailman.amsat.org/hyperkitty/list/ans@amsat.org/thread/R3HW6UI7VI5M4XYF7HKSPBX4YQRKDLYA/
Wikipediabeitrag  -  https://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%BCdatlantische_Anomalie
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