, Lipp Michael
HB9RG Trophy: DJ4ZC gehörte auch zu den Ersten
Das aller erste Satelliten QSO hätte auch beinahe zwischen HB9RG und DJ4ZC statt finden können. Karl Meinzer, der später Professor an der Uni Marburg wurde und für die AMSAT fantastische Satelliten Projekte verwirklichte, lag ebenfalls auf der Lauer und hatte seinen selbst gebauten Sender einsatzbereit. Nicht in CW, sondern in SSB führte er damals das QSO mit HB9RG durch.Vermutlich war es das erste SSB QSO über einen Amateurfunksatelliten überhaupt. Somit feiern wir auch gerne diese Erstleistung mit der HB9RG Trophy.
In einem Schriftwechsel mit Prof. Karl Meinzer, DJ4ZC, habe ich folgende Zeilen zu den damligen Ereignissen erhalten, welche ich nicht vorenthalten möchte:
DJ4ZC:
Das ist sehr gut möglich. Ich habe nie eine offizielle Aufstellung gesehen, wer was wann gemacht hat.
Der Transponder war sehr schwer zu benutzen, weil der RX ziemlich unempfindlich war. Und weil uplink und downlink beide im 2m Band waren, konnte man sich auch nicht selbst zurück hören. Eigentlich hatten nur Stationen mit hoher Leistung eine Chance; das waren Stationen, die regelmäßig über Troposcatter auf 2m verkehrten. Hans, HB9RG und ich gehörten dazu.
Das ist sehr gut möglich. Ich habe nie eine offizielle Aufstellung gesehen, wer was wann gemacht hat.
Der Transponder war sehr schwer zu benutzen, weil der RX ziemlich unempfindlich war. Und weil uplink und downlink beide im 2m Band waren, konnte man sich auch nicht selbst zurück hören. Eigentlich hatten nur Stationen mit hoher Leistung eine Chance; das waren Stationen, die regelmäßig über Troposcatter auf 2m verkehrten. Hans, HB9RG und ich gehörten dazu.
Grundsätzlich war es daher einfacher, QSOs über OSCAR III in CW zu machen. Die totale Anzahl der QSOs über OSCAR 3 war wegen der Schwierigkeiten nicht besonders groß, aber es gab über OSCAR III einige Kontakte sowohl in USA als auch in Europa - wer zuerst war, weiß ich nicht. Ich weiß aber, dass DL3YBA mit einer W1 Station ein QSO hatte - das könnte das erste Transatlantik-QSO gewesen sein.
Ich hatte mir in den Kopf gesetzt, auszuloten, was in SSB möglich ist, und ich hatte einige QSOs in SSB über OSCAR III, so auch mit mit Hans, HB9RG. Zu der Zeit war SSB auf 2m noch nicht sehr üblich und eine "exotische" Betriebsart.
HB9WDF:
Hast Du zufällig noch eine QSL-Karte von dieser Verbindung, welche ich im Beitrag veröffentlichen könnte?
DJ4ZC:
Leider nein, meine QSL-Karten aus den sechziger Jahren sind wohl bei einem Umzug verloren gegangen.
HB9WDF:
Sofern Du Zeit hast, würde ich mich freuen, wenn Du ein paar Zeilen über Dein Erlebnis damals schreiben könntest. Wie war das damals, mit was für Gerätschaften hast Du gearbeitet und wie hörten sich die Signale an?
Sofern Du Zeit hast, würde ich mich freuen, wenn Du ein paar Zeilen über Dein Erlebnis damals schreiben könntest. Wie war das damals, mit was für Gerätschaften hast Du gearbeitet und wie hörten sich die Signale an?
DJ4ZC:
Ich kann dazu nicht viel schreiben. Die Signale waren ziemlich schwach (aber das waren wir ja als Troposcatter-Leute gewohnt) und hatten auch ziemlich viel Fading (wegen der Rotation des Satelliten). Meine Antenne (eine 4m lange Yagi) war auf den Horizont gerichtet und konnte nur in Azimuth manuell nachgeführt werden. Die Pointing-Information hatte ich vorher mit einer Rechenmaschine im elterlichen Betrieb als Tabelle erzeugt. Ich hatte auch ein Angebot, die Daten durch einen Computer mit einem Algol-Programm an der Uni-Münster zu erzeugen (wo ich zu der Zeit studierte); das kam aber zu spät für OSCAR 3. Die Station war komplett selbst gebaut. Der Rx hatte 3-4dB Rauschzahl und ein gutes Collins mechanisches Filter. Der TX hatte zwei 4CX250B als Senderöhren und erzeugte ca. 700W PEP. HB9RG und auch DL3YBA hatten ähnliche Anlagen.
Ich kann dazu nicht viel schreiben. Die Signale waren ziemlich schwach (aber das waren wir ja als Troposcatter-Leute gewohnt) und hatten auch ziemlich viel Fading (wegen der Rotation des Satelliten). Meine Antenne (eine 4m lange Yagi) war auf den Horizont gerichtet und konnte nur in Azimuth manuell nachgeführt werden. Die Pointing-Information hatte ich vorher mit einer Rechenmaschine im elterlichen Betrieb als Tabelle erzeugt. Ich hatte auch ein Angebot, die Daten durch einen Computer mit einem Algol-Programm an der Uni-Münster zu erzeugen (wo ich zu der Zeit studierte); das kam aber zu spät für OSCAR 3. Die Station war komplett selbst gebaut. Der Rx hatte 3-4dB Rauschzahl und ein gutes Collins mechanisches Filter. Der TX hatte zwei 4CX250B als Senderöhren und erzeugte ca. 700W PEP. HB9RG und auch DL3YBA hatten ähnliche Anlagen.
Zum Abschluss ein Zeitungsbericht, welcher mir Prof. Karl Meinzer freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat:
Quellen:
Schriftwechsel mit Prof Karl Meinzer, DJ4ZC
Wikipedia Eintrag zu OSCAR-III - https://de.wikipedia.org/wiki/OSCAR_3
Schriftwechsel mit Prof Karl Meinzer, DJ4ZC
Wikipedia Eintrag zu OSCAR-III - https://de.wikipedia.org/wiki/OSCAR_3
Blog Eintrag zu OSCAR-III - https://www.michi-dani.ch/2022/01/17/das-aller-erste-satelliten-qso/
World Radio Histroy - https://www.worldradiohistory.com/Archive-Poptronics/70s/1978/Poptronics-1978-02.pdf