We know how Amateur Radio works in space
, Lipp Michael

ARISS blickt zum Mond

An der diesjährigen Hamvention in Dayton präsentierte das ARISS-Team bahnbrechende Neuigkeiten: Die NASA hat ARISS offiziell darum gebeten, die Koordination für sämtliche Amateurfunkaktivitäten bei künftigen Mondmissionen zu übernehmen

Der traditionelle ARISS-Vortrag von Frank Bower (KA3HDO) und Rosalie White (K1STTO) stand ganz im Zeichen visionärer Zukunftspläne: Pünktlich zum 25-jährigen Jubiläum des kontinuierlichen Betriebs auf der Internationalen Raumstation (ISS) richtet das Programm den Blick weit über den Erdorbit hinaus.  

Der nächste Schritt: Amateur Radio Exploration (AREX)
Die wohl spektakulärste Nachricht des Vortrags war eine offizielle Anfrage der NASA : Wie bereits 1996 für die ISS, soll ARISS nun als zentrales internationales Organ alle Amateurfunkaktivitäten für kommende Mondmissionen koordinieren und ein entsprechendes Programm aufbauen. Das vorläufige Projekt läuft unter dem Namen Amateur Radio Exploration (AREX).
Ziel ist es, die breite Öffentlichkeit und insbesondere junge Menschen über Mondsonden und Landeeinheiten für MINT-Themen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) zu begeistern. Die Funkamateure weltweit sind nun aufgerufen, gemeinsam internationale Konzepte zu entwickeln, um diese einmalige Chance zu nutzen.  Neue Hardwarekonzepte für den tiefen Weltraum

Das Ingenieurteam rund um ARISS arbeitet bereits an konkreten Prototypen für die lunare Hemisphäre. Vorgestellt wurde unter anderem das modulare System CAVIAR (Communications Audio Video and Imaging using Amateur Radio). Die Plattform basiert auf einem Software Defined Radio (SDR) und soll neben Sprach- und Digitalverbindungen auch Videodownlinks im 5-GHz- und 10-GHz-Bereich sowie 360-Grad-Videoübertragungen unterstützen.  
Dass der Empfang von Signalen aus Monddistanz mit überschaubarem Aufwand machbar ist, bewiesen ARISS-Mitglieder bereits im Rahmen der Artemis-2-Mission: Mit relativ kleinen S-Band-Antennen gelang es ihnen erfolgreich, Signale zu empfangen und die Doppler-Verschiebung präzise zu verfolgen.  

Die Brücke zur "Generation Artemis"Im Bildungsbereich will ARISS die Daten aus dem tiefen Weltraum direkt in die Klassenzimmer und auf die Endgeräte der Schülerinnen und Schüler bringen. Geplant sind spezielle Lehrpläne, die drei Kernbereiche abdecken:  

  • Coding Challenges: Programmieraufgaben, die auf spezifischen Software-Anforderungen von Weltraummissionen basieren.  
  • Bild-Downlinks: Der direkte Empfang und das Dekodieren von realen Bilddaten von der Mondoberfläche.  
  • Rover-Robotik: Die Steuerung von Robotern unter Berücksichtigung der physikalischen Signalverzögerung zwischen Erde und Mond.  

Kommerzieller Raumflug als Übergangsphase
Während die Zukunft auf dem Mond liegt, verändert sich auch im Erdorbit (LEO) einiges. Der Übergang zur kommerziellen Raumfahrt ist in vollem Gange. ARISS arbeitet hierzu eng mit Anbietern wie Axiom Space zusammen. Statistik am Rande: Rund 90 % aller privaten Astronauten der letzten 25 Jahre haben für ihre Bildungs- und Funkaktivitäten die bestehende ARISS-Amateurfunkanlage auf der ISS genutzt.  Als Gastredner berichtete der private Astronaut John Schoffner (W7DU) von seinen Erfahrungen an Bord der Mission AX-2. Er betonte, wie wichtig das weltweite Funknetzwerk für die Motivation der Crews im All sei und schwärmte unter dem Gelächter des Auditoriums von den "unglaublichen Ausbreitungsbedingungen" beim ersten Skip aus 400 Kilometern Höhe.  Der vollständige Vortrag der Hamvention 2026 kann auf YouTube nachgeschaut werden:https://www.youtube.com/watch?v=fDyPSD98Keg

 

 

Quelle:
Meldung der ARISS über soziale Medien